Die unsichtbaren Risiken, die in jeder elektrischen Anlage schlummern – und wie Sie sie rechtzeitig erkennen.
Unzählige Male hört man „Aber ich habe doch nichts verändert!“. Es ist verständlich, dass viele denken, eine unbenutzte oder nicht veränderte Elektroinstallation sei automatisch sicher. Doch elektrische Anlagen altern, auch ohne sichtbare Einwirkung. Diese unsichtbaren Prozesse können ernsthafte Probleme verursachen – von kleinen Störungen bis hin zu gefährlichen Situationen.
Warum altern Elektroinstallationen?
Elektrische Systeme sind täglich Belastungen ausgesetzt, die ihre Zuverlässigkeit mit der Zeit beeinträchtigen. Die Ursachen sind vielfältig und oft unsichtbar:
- Materialermüdung: Kabelisolierungen können durch Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit oder mechanische Belastung spröde werden. Mit der Zeit verlieren sie ihre Schutzfunktion, was zu Kurzschlüssen führen kann.
- Korrosion: Feuchtigkeit und chemische Einflüsse greifen Steckverbindungen, Schalter und Kontakte an. Besonders in feuchten Umgebungen wie Kellern oder Küchen kann Korrosion die Funktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.
- Überlastung: Selbst wenn Geräte nur selten genutzt werden, können alte Leitungen nicht für die Anforderungen moderner Haushaltsgeräte ausgelegt sein. Die elektrische Belastung durch stromintensive Geräte wie Backöfen, Klimaanlagen oder Waschmaschinen steigt kontinuierlich an.
- Äussere Einflüsse: Staub, Temperaturschwankungen und unzureichende Wartung tragen ebenfalls zum schleichenden Verfall bei. Besonders in schlecht belüfteten Räumen sammeln sich Ablagerungen, die Verbindungen schwächen und die Sicherheit beeinträchtigen.
Die Lebensdauer von Elektroinstallationen hängt auch von der Qualität der ursprünglich verwendeten Materialien ab. Ältere Installationen wurden oft mit Technologien und Materialien umgesetzt, die heutigen Standards nicht mehr entsprechen. Moderne Kabel und Schutzmechanismen bieten eine wesentlich höhere Zuverlässigkeit und Sicherheit. Doch auch diese müssen regelmässig geprüft werden, um langfristig sicher zu bleiben.
Was passiert, wenn Elektroanlagen altern?
Ohne regelmässige Überprüfung können alternde Anlagen zu ernsthaften Gefahren führen:
- Kurzschlüsse: Beschädigte Isolierungen oder lose Verbindungen können Funken erzeugen, die Brände auslösen. Besonders in älteren Gebäuden, deren Elektrik seit Jahrzehnten nicht modernisiert wurde, ist dies ein häufiges Risiko.
- Stromausfälle: Alte Sicherungen oder Schaltkästen versagen unter Belastung und führen zu teuren Ausfällen. Diese können nicht nur den Betrieb stören, sondern auch empfindliche Geräte beschädigen.
- Gefährdung von Personen: Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter), die nicht mehr ordnungsgemäss funktionieren, bieten keinen Schutz vor Stromschlägen. Dies stellt eine direkte Gefahr für alle Bewohner dar.
- Effizienzverlust: Alte Anlagen verbrauchen häufig mehr Energie, da sie nicht auf den heutigen Standard optimiert sind. Das bedeutet höhere Stromkosten bei gleichzeitig erhöhtem Risiko.
Neben der direkten Gefahr für Personen gibt es auch finanzielle Risiken. In vielen Versicherungsverträgen ist die regelmässige Überprüfung der Elektroanlagen eine Bedingung für die Schadensregulierung. Wenn keine gültige Elektrokontrolle vorliegt, können Versicherungen im Schadensfall Leistungen verweigern. Das kann besonders bei Bränden oder grösseren Ausfällen erhebliche Kosten verursachen.
Die häufigsten Irrtümer bei alternden Anlagen
- „Das sieht noch aus wie neu!“
Äusserlich unbeschädigte Kabel oder Schalter können dennoch gefährliche Mängel aufweisen. Elektrische Schäden sind oft unsichtbar und können nur durch professionelle Prüfungen erkannt werden. - „Das funktioniert doch noch!“
Nur weil eine Installation oder ein Gerät noch funktioniert, bedeutet das nicht, dass es sicher ist. Häufig arbeiten fehlerhafte Systeme weiter, bis ein schwerwiegendes Problem auftritt. - „Das Haus ist neu, da kann nichts passieren.“
Auch in Neubauten können Installationsfehler, minderwertige Materialien oder unsachgemässe Montage zu Problemen führen. Eine unabhängige Elektrokontrolle sorgt hier für zusätzliche Sicherheit. - „Das betrifft mich nicht, ich habe keine grossen Geräte.“
Selbst bei geringer Nutzung können alte Leitungen Schwachstellen entwickeln. Schon ein kleiner Defekt kann weitreichende Konsequenzen haben.
Wie erkennen Sie erste Anzeichen für Probleme?
Auch wenn die meisten Probleme unsichtbar sind, gibt es Warnsignale, die Sie nicht ignorieren sollten:
- Flackernde Lichter: Dies kann auf lose Verbindungen oder überlastete Leitungen hinweisen.
- Verbrannter Geruch: Ein klares Zeichen für überhitzte Kabel oder Komponenten.
- Heisse Steckdosen oder Schalter: Dies deutet auf Überlastung hin und sollte sofort überprüft werden.
- Auslösende Sicherungen: Häufig ausgelöste Sicherungen oder FI-Schalter sind ein Hinweis auf ernsthafte Probleme.
Tipp: Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, handeln Sie sofort und lassen Sie Ihre Elektroinstallation überprüfen.
Wie schützen Sie sich vor den Risiken?
Eine präventive Elektrokontrolle ist der Schlüssel, um potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Besonders in älteren Gebäuden oder bei Installationen, die seit Jahren nicht überprüft wurden, lohnt sich eine gründliche Prüfung.
Was eine Elektrokontrolle umfasst:
- Prüfung aller Steckdosen, Schalter und Sicherungen auf Funktionalität und Sicherheit.
- Messung von Isolationswerten, um versteckte Schäden in den Kabeln zu erkennen.
- Überprüfung der Schutzmassnahmen wie FI-Schalter und Erdungssysteme.
- Detaillierter Bericht mit Empfehlungen und, falls nötig, einer Liste von Mängeln.
Ein Blick in die Praxis
Ein Hausbesitzer bemerkte flackernde Lichter im Wohnzimmer, ignorierte das Problem jedoch, da „alles noch funktionierte“. Bei einer späteren Elektrokontrolle stellte sich heraus, dass die Hauptstromleitung im Sicherungskasten durch eine beschädigte Isolierung überhitzt war – ein klarer Brandherd. Dank der rechtzeitigen Kontrolle konnte das Problem behoben werden, bevor es zu einem grösseren Schaden kam.
Warum handeln wichtig ist
Selbst wenn Sie „nichts verändert“ haben, arbeitet die Zeit gegen Ihre Elektroinstallationen. Sorgen Sie vor, bevor kleine Probleme zu grossen Gefahren werden. Denken Sie daran: Eine Elektrokontrolle ist keine Ausgabe, sondern eine Investition in Sicherheit und Ruhe.
Schützen Sie Ihr Zuhause und entdecken Sie versteckte Risiken – vereinbaren Sie jetzt Ihre Elektrokontrolle!