Ein Leitfaden für Immobilienverwaltungen – Vermeiden Sie Risiken und sorgen Sie für maximale Sicherheit

Als Immobilienverwaltung tragen Sie eine grosse Verantwortung – sowohl gegenüber Eigentümern als auch Mietern. Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften ist dabei nicht nur Pflicht, sondern schützt vor Haftungsrisiken, Bussgeldern und kostspieligen Schäden.

Besonders im Bereich der Elektrosicherheit gibt es klare gesetzliche Vorgaben, die unbedingt eingehalten werden müssen. Doch wie stellen Sie sicher, dass alle Ihre Immobilien stets den aktuellen Anforderungen entsprechen? Hier finden Sie die wichtigsten Schritte, um rechtliche und technische Risiken zu minimieren.

Warum gesetzliche Anforderungen für Immobilienverwaltungen so wichtig sind

Die regelmässige Überprüfung der Elektroinstallationen ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch eine essenzielle Massnahme, um:

  • Die Sicherheit der Mieter zu gewährleisten. Defekte Elektroinstallationen können Brände oder Stromschläge verursachen.
  • Haftungsrisiken zu vermeiden. Wenn sich ein Unfall aufgrund mangelnder Wartung ereignet, kann die Verwaltung oder der Eigentümer zur Verantwortung gezogen werden.
  • Versicherungsschutz zu sichern. Viele Versicherungen verweigern im Schadensfall die Zahlung, wenn keine gültige Elektrokontrolle vorliegt.
  • Den Wert der Immobilie zu erhalten. Regelmässige Wartung beugt teuren Schäden vor und steigert die Attraktivität für Käufer und Mieter.

Viele Verwaltungen verlassen sich darauf, dass Eigentümer die Prüfungen selbst organisieren. Doch am Ende liegt die Verantwortung für die Umsetzung oft bei der Verwaltung. Wer sich hier nicht proaktiv kümmert, riskiert nicht nur finanzielle Einbussen, sondern auch rechtliche Probleme.

Welche gesetzlichen Anforderungen müssen Immobilienverwaltungen erfüllen?

In der Schweiz regelt die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV), wann und wie Elektrokontrollen durchgeführt werden müssen. Immobilienverwaltungen müssen sicherstellen, dass diese Vorgaben eingehalten werden.

Hier die wichtigsten Punkte:

  1. Regelmässige Elektrokontrollen müssen durch unabhängige Experten erfolgen.
  2. Nach der Kontrolle muss ein offizieller Sicherheitsnachweis (SiNa) ausgestellt werden, der aufbewahrt werden muss.
  3. Mängel müssen sofort behoben werden, unabhängig von ihrer Schwere.
  4. Die Prüfberichte und Nachweise sind über Jahre hinweg zu archivieren.

Die Kontrolle darf nicht vom gleichen Elektriker durchgeführt werden, der die Anlage installiert hat. Das sogenannte Vier-Augen-Prinzip stellt sicher, dass die Prüfung objektiv erfolgt und keine Interessenkonflikte entstehen.

Werden Mängel festgestellt, sind Sie als Verwaltung verpflichtet, diese umgehend durch einen qualifizierten Fachbetrieb beheben zu lassen. Geschieht dies nicht, kann es im Schadensfall zu hohen Haftungsansprüchen kommen.

Wie oft sind Elektrokontrollen vorgeschrieben?

Die Häufigkeit der vorgeschriebenen Prüfungen hängt von der Nutzung der Immobilie ab. Hier ein Überblick:

  • Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen: Alle 20 Jahre
  • Mehrfamilienhäuser: Alle 10 Jahre
  • Gewerbeimmobilien und Büros: Alle 5 bis 10 Jahre
  • Restaurants und Hotels: Alle 5 Jahre
  • Baustellen und temporäre Installationen: Jährliche Kontrolle erforderlich

Wird eine Immobilie renoviert oder mit neuer Technik ausgestattet, sollte eine zusätzliche Prüfung eingeplant werden. Besonders bei Solaranlagen, Wärmepumpen oder Ladesäulen für Elektroautos ist es ratsam, frühzeitig eine Sicherheitsprüfung durchzuführen.

Welche Massnahmen sollte eine Immobilienverwaltung ergreifen?

Damit alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden und gleichzeitig Mieter und Eigentümer geschützt bleiben, sollten Immobilienverwaltungen folgende Massnahmen umsetzen:

1. Regelmässige Elektrokontrollen planen und dokumentieren

  • Beauftragen Sie zertifizierte Elektrokontrolleure, um eine unabhängige Prüfung sicherzustellen.
  • Halten Sie sich an die gesetzlichen Prüfintervalle und erfassen Sie diese in Ihrem Verwaltungssystem.
  • Dokumentieren Sie alle Prüfungen und stellen Sie sicher, dass der Sicherheitsnachweis jederzeit abrufbar ist.

2. Mängel schnellstmöglich beheben

  • Falls eine Kontrolle Mängel ergibt, sollten diese so schnell wie möglich durch einen qualifizierten Elektriker behoben werden.
  • Beauftragen Sie nach der Reparatur eine Nachkontrolle, um sicherzugehen, dass alles den Vorschriften entspricht.
  • Informieren Sie Eigentümer und Mieter über die durchgeführten Massnahmen.

3. Präventive Sicherheitsmassnahmen umsetzen

  • Lassen Sie zusätzlich zu den vorgeschriebenen Kontrollen freiwillige Zwischenprüfungendurchführen, insbesondere bei älteren Gebäuden.
  • Prüfen Sie, ob in gemeinschaftlich genutzten Bereichen moderne Schutzmassnahmen wieFI-Schutzschalter oder Überspannungsschutz sinnvoll sind.
  • Achten Sie darauf, dass alle Steckdosen, Kabel und Beleuchtungssysteme regelmässiggewartet werden.

Eine gute Immobilienverwaltung geht über das blosse Einhalten der Mindestanforderungen hinaus. Wer frühzeitig in die Sicherheit investiert, spart langfristig hohe Sanierungskosten und reduziert das Risiko teurer Notfallreparaturen.

Welche Konsequenzen drohen bei Nichteinhaltung?

Wird eine vorgeschriebene Elektrokontrolle nicht durchgeführt, können erhebliche Konsequenzen folgen:

  • Hohe Bussgelder für Eigentümer und Verwaltungen
  • Haftung für Schäden und Unfälle, die auf eine mangelhafte Elektroinstallation zurückzuführen sind
  • Verweigerung von Versicherungsleistungen im Schadensfall
  • Imageschaden bei Mietern und Eigentümern

Ein Praxisbeispiel zeigt, welche Folgen das haben kann:

In einem Mehrfamilienhaus wurde die Elektrokontrolle über Jahre hinweg nicht durchgeführt. Ein Mieter meldete Probleme mit ständig auslösenden Sicherungen. Eine nachträgliche Kontrolle ergab, dass veraltete Leitungen bereits erste Hitzeschäden aufwiesen. Dank einer rechtzeitigen Sanierung konnte ein Brand verhindert werden – doch die Kosten für die Nachrüstung waren hoch.

Dieses Beispiel zeigt, dass rechtzeitige Kontrollen nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch finanziell sinnvoll sind.

Fazit: Elektrosicherheit ist ein Muss für jede Immobilienverwaltung

Wenn Sie als Immobilienverwaltung gesetzliche Vorgaben einhalten, minimieren Sie Risiken für Eigentümer und Mieter und schützen sich vor rechtlichen Konsequenzen.

  • Planen Sie regelmässige Prüfungen und dokumentieren Sie die Ergebnisse.
  • Lassen Sie Mängel sofort beheben und kontrollieren Sie nach.
  • Kommunizieren Sie mit Mietern und Eigentümern über notwendige Sicherheitsmassnahmen.

Bleiben Sie auf der sicheren Seite und sorgen Sie dafür, dass Ihre Immobilien jederzeit den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Beauftragen Sie jetzt eine Elektrokontrolle für Ihre verwalteten Objekte!